Es ist Sonntag, wir schreiben den 24. Juli
des Jahres 2005, als ich mich gegen 10.00 Uhr zum Eckfelder Feuerwehrhaus begebe
und auf eine riesige wartende Menschenmenge treffe. Alle kamen mit viel oder
sehr viel Gepäck, manche früher, ich später.
Ein
großer Anhänger ist schon beladen,
zu dem einige Kofferräume und Rückbänke. Nun besteigen wir, die
18 Kinder und Jugendlichen sowie die 6 Betreuer die Autos, um uns auf den Weg
in ein unbekanntes Abenteuer zu begeben. Langsam verlässt die Autokolonne
die von winkenden Eltern umsäumte Straße und zieht über die
Autobahn in Richtung Mosel. Nach einer guten halben Stunde haben wir das Ziel
vor Augen: den Zeltplatz in Wintrich.
Die beiden Zelte werden bezogen, der Zeltplatz genauestens erkundet und auch
der Weinort Wintrich war vor unserem Besuch nicht sicher. Am Abend wurde zu
einer Nachwanderung zusammengerufen, die uns durch die Weinberge führte.
Vielen raubte diese bereits den Atem, doch unsere fröhliche Truppe trällerte
währenddessen ein Liedchen nach dem anderen. Mehr oder weniger erschöpft
krochen die Jugendlichen in ihre Schlafsäcke. Auch die Betreuer gingen
nach und nach ins Zelt. Doch in der ersten Nacht verwehrte einigen die „Arbeit
des Sägewerks“ den kostbaren Schlaf. Punkt drei Uhr lag die Hälfte
der „Zeltbewohner“ wach, die sich dann sehr über das Schnarchen der anderen
amüsierten. Um sieben Uhr drang die Stimme des Jugendwarts in unsere Träume,
die uns aufforderte aufzustehen und zu frühstücken, da bereits um
8 Uhr der nächste Programmpunkt auf dem Plan stand. Kultur war angesagt:
Wir gingen bis unter die Mosel um das Wasserkraftwerk in Wintrich zu besichtigen.
Nach der interessanten Führung und einem guten Mittagessen brachte uns
dann ein Bus zum Freibad in Bernkastel. Trotz niedrigen Sommertemperaturen um
die 20°C wagten sich die Meisten ins kühle Nass. Der 5-Meter-Sprungturm
fand das besondere Interesse der Kinder.
Einige
andere und ich besorgten uns einen Volleyball um uns im Beachvolleyball zu versuchen.
Nach und nach glückten uns einige Schläge übers Netz, aber leider
auch aufs Dach des Hallenbads und über die Hecke, so dass wir unser „Spiel“
häufig unterbrechen mussten. Ständig kamen neue Spieler hinzu, viele
spielten zum ersten Mal. Auch wenn das „Spiel“ nicht so ganz glückte, da
viele Bälle nicht zurückgespielt wurden, hatten wir eine Menge Spaß.
Am Abend stand für uns von 23 bis 2 Uhr die Nachtwache auf dem Programm.
Anfangs war die komplette Jugendfeuerwehr am Lagerfeuer versammelt, doch nach
und nach verabschiedeten sich die Kleineren ins Bett, so dass um 2 Uhr nur noch
die Betreuer sowie wenige ältere Jugendfeuerwehrkameradinnen von der folgenden
Wehr abgelöst werden konnten. Am Dienstag brachte uns ein Bus zur Sommerrodelbahn
nach Daun. Stockte es zwar nach der ersten rasanten Abfahrt erst ein wenig bei
der Bergfahrt, lief der Verkehr später einwandfrei. Einige konnten es sich
jedoch nicht nehmen lassen, mit ihrem Schlitten einen Abstecher in den Wald
zu machen, wir kippten bei der Abfahrt in der Kurve um und die letzten Fahrten
wurden doch noch eine wacklige Angelegenheit, da Nieselregen die Fahrbahn zu
einer „Hin-und-Her-Schaukelbahn“ machte, so dass einige mit kleineren Blessuren
wieder ins Zeltlager zurück kehrten. Am Nachmittag war eine Dorfrallye
zu bewältigen, welche wir aber durch die Hilfe einiger Bewohner und mit
Informationen des Dorfhistorikers schnell und erfolgreich zu Ende brachten.
Das schöne Wetter und die freie Zeit verleiteten uns dazu unsere „Neulinge“
zu taufen. So wurden alle, die zum ersten Mal am Zeltlager teilnahmen sowie
die „neuen“ Betreuer auf einen Tisch gelegt, mit Wasser begossen und mit Zahnpasta
und sämtlichen Duschgels und Shampoos „gewaschen“. Am Abend forderten wir
dann einige Meerfelder zu einem Volleyball–Match auf, welches sie nach langem
hin und her und unter Hilfe einiger Morbacher auch ganz knapp für sich
entscheiden konnten. Mittwochs stand der Besuch der Schleuse auf dem Plan. Zwei
Feuerwehrmotorboote brachten uns zum anderen Ufer. Eine Gruppe durfte sich jedoch
der Paddel bedienen, da auf halbem
Weg kein Sprit mehr zur Verfügung stand. Schließlich führte
uns ein Weg unter der Mosel durch, der nicht allen gut bekam. Am Nachmittag
war mit der Lagerolympiade ein Wettkampf angesagt, wo alle sich wegen der Hitze
besonders auf die Wasserspiele freuten. Aber auch die anderen Spiele wurden
mit Spaß, Konzentration und Ehrgeiz bewältigt. Am Abend waren wir
mit dem Reinigen der sanitären Anlagen an der Reihe. Viele Hände,
schnelles Ende. Nach diesem Motto haben wir dann auch diese eher unbeliebte
Aufgabe in kurzer Zeit gemeistert. Die Parcourswanderung am Donnerstag führte
uns am Morgen an der Mosel entlang. Hier warteten einige Laufspiele und Teebeutelweitwurf
auf uns. Mit
mehr oder weniger guten Ergebnissen am Morgen zogen wir nach dem Mittagessen
bei brüllender Hitze in den Weinberg um dort die restlichen Aufgaben zu
bewältigen. Eine Wasserschlacht an einem Brunnen brachte gegen Ende der
Tour endlich Abkühlung. Für einige begann am Abend
ein richtiges Abenteuer, für die meisten war es jedoch ein heftiger
Schock: Alle versammelten sich in der Halle während draußen unter
nachtschwarzem Himmel ein heftiger Sturm wütete. Als man nach einiger Zeit
erfuhr, dass einige Zelte davon geflogen wären war es mit der Ruhe erst
recht vorbei. Da auch das Betreuerzelt „vom Winde verweht“ war, verbrachte unsere
Gruppe, nach dem „Such & Find - Spiel“ die Nacht in der Halle. Am Freitag
wurden dann die Sachen, die am Vorabend nicht mehr in die Halle gebracht worden
waren gesucht und verstaut. Im Zeltlager herrschte immer noch eine unheimliche
Stimmung, da allen noch der Schrecken der Ereignisse vom Vortag in den Knochen
steckten. Auch für die kommenden Tage wurde schlechtes Wetter sowie starke
Regenfälle gemeldet, so dass beschlossen
wurde den Zeltplatz aus Sicherheitsgründen zu räumen. Trotzdem war
es ein gelungenes Zeltlager, wenn es auch ein solch abruptes Ende nahm.
Lena Stolz
Bilder vom Kraftwerk und der Schleuse